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Fettleibigkeit und oxidativer Stress: Kann „Wunderbaum“ Moringa oleifera helfen?

Fettleibigkeit und oxidativer Stress: Kann „Wunderbaum“ Moringa oleifera helfen?


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Moringa oleifera: Ein Baum mit vielen Namen

Moringa oleifera ist ein kleiner Baum, der in Afrika und Asien heimisch ist. Bei uns heißt er Moringa, Moringabaum, Meerrettichbaum, „Wunderbaum“, Baum des Lebens oder Trommelstockbaum – das sind aber längst nicht alle gebräuchlichen Bezeichnungen.

So viele Namen der Moringabaum trägt, so viele positive Eigenschaften für die Gesundheit besitzt er offenbar auch: Die Extrakte seiner Blätter enthalten vor allem antioxidative, antimykotische, entzündungshemmende, wundheilende und harntreibende Wirkstoffe. Nun wurde erstmals untersucht, wie sich Moringablattextrakt auf ernährungsbedingte Fettleibigkeit auswirkt – mit interessanten Ergebnissen!

Wirkt Moringablattextrakt geben Fettleibigkeit?

In einer aktuellen Studie gingen Forschende der Frage nach, ob Moringablattextrakt ernährungsbedingte Fettleibigkeit (Adipositas) und damit einhergehende Probleme wie oxidativen Stress und ein Ungleichgewicht bestimmter Stoffwechselhormone lindern kann. Dazu gaben sie übergewichtigen Ratten sechs Wochen lang täglich 17,5-prozentigen Extrakt aus Blättern des Moringa oleifera-Baumes. Gewicht und Blutwerte der Tiere wurden regelmäßig kontrolliert.

Die Auswertung nach sechs Wochen ergab, dass die Ratten an Gewicht verloren hatten. Außerdem war weniger oxidativer Stress in ihren Zellen nachweisbar. Auch einige Stoffwechselprobleme, die im Zusammenhang mit Übergewicht zu beobachten sind, waren zurückgegangen. Bei den Tieren der Vergleichsgruppe, die kein Moringablatt-Extrakt erhalten hatten, konnten diese positiven Effekte nicht festgestellt werden.

Die Ergebnisse wurden im Dezember 2019 in der Fachzeitschrift „Clinical Phytoscience“ veröffentlicht. „Wir schlagen vor, dass Moringablatt-Extrakt ein Anti-Fettleibigkeits- und Antioxidationspotential hat und als lipidsenkende Arznei verwendet werden kann, um Gewicht, Fettleibigkeit und ihre pathophysiologischen Folgen zu kontrollieren“, heißt es im Fazit der Studie.

Warum wird ein pflanzliches Medikament benötigt?

Bei verschiedenen, mit ernährungsbedingtem starkem Übergewicht in Zusammenhang gebrachten Krankheitsbildern werden im Rahmen der Schulmedizin sogenannte Statine verabreicht. Das sind Medikamente, die bestimmte Cholesterinwerte (LDL) im Blut senken sollen. So sollen die Blutgefäße vor Arterienverkalkung (Arteriosklerose) geschützt und den häufig daraus entstehenden Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall soll vorgebeugt werden.

Statine können jedoch unangenehme, teilweise sogar gefährliche Nebenwirkungen haben. Dazu zählen Muskelschmerzen, Muskelabbau, Magen-Darm-Probleme, Kopfschmerzen oder Hautausschläge. Deshalb wird nach besser verträglichen Alternativen gesucht.

Hintergrund: Übergewicht und oxidativer Stress

Ernährungsbedingte Fettleibigkeit ist eines der häufigsten gesundheitlichen Probleme in Industrienationen. Sie kann in der Folge unter anderem zu Stoffwechselproblemen wie einer Insulinresistenz führen. Diese wiederum geht häufig mit vermehrtem oxidativem Stress in den Zellen einher. Doch was ist das überhaupt?

Im Zellstoffwechsel wird immer eine gewisse Zahl von freien Radikalen produziert, die die Zellen schädigen können. Diesen stehen Antioxidantien gegenüber, die die freien Radikale unschädlich machen und so die Zellen schützen. Stehen aufgrund von schlechter Ernährung oder Änderungen im Stoffwechsel nicht genug Antioxidantien zur Verfügung, können die freien Radikale zu Zellschäden führen.

Vorzeitige Hautalterung, Arterienverkalkung (Arteriosklerose), Krebs, Arthritis oder Diabetes werden mit solchen Zellschäden in Verbindung gebracht; die genauen Zusammenhänge sind jedoch noch nicht abschließend erforscht.

Antioxidantien sind etwa in Form von Vitamin C oder Vitamin E in Zitrusfrüchten oder Nüssen zu finden. Auch das Spurenelement Selen ist ein wichtiges Antioxidantium. Es ist beispielsweise in Fisch, Eiern, Milchprodukten, Nüssen oder Linsen enthalten.

Die genannte Studie hat gezeigt, dass ein Extrakt aus den Blättern des Moringabaumes offenbar nicht nur eine positive Wirkung auf den Fettstoffwechsel hat, sondern ebenfalls antioxidativ wirkt und so die Zellen vor Schäden schützen kann. (kh)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Magistra Artium (M.A.) Katja Helbig

Quellen:

  • Othman, Azza, Amer, Maher, Basos, Asmaa, El-Missiry, Mohamad Amr: Moringa oleifera leaf extract ameliorated high-fat diet-induced obesity, oxidative stress and disrupted metabolic hormones; in: Clinical Phytoscience, Issue 5, 2019, SpringerOpen


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